Über Heimat sagt man, sie sei kein Ort, sonder vielmehr ein Gefühl. Wir, Katja und ich, haben vor knapp einem Jahr unser Zuhause gewechselt. Wir sind nach Finnland gezogen, in usere zweite Heimat. Trotzdem verbindet uns mit der Schweiz weiterhin eine Menge. Unter anderem auch die Pesäpallofamilie in der Schweiz. Seit 2010 waren bzw. sind wir Teil dieser Familie.

Wir haben vor 9 Jahren bei den Sinivalkoiset erste Erfahrungen mit unserem geliebten Sport sammeln dürfen und wurden sofort mit offenen Armen empfangen. Nicht nur von den Teammitgliedern, sondern auch von unseren Gegnern auf dem Platz, welche im Laufe der Jahre immer mehr auch unsere Freunde neben dem Platz wurden.

Als wir die Zürcher Mannschaft im Sommer diesen Jahres fragten, ob wir im Herbst wieder mitspielen dürfen, kam sofort ein dickes Ja als Antwort. So buchten wir die Flüge und warteten voller Vorfreude auf das anstehende Finalwochenende in Solothurn. Als das lange Warten endlich ein Ende nahm, erwarteten uns von allen Seiten dieselben offenen Arme, welche uns vergangenen Herbst verabschiedet haben. Pesäpallo in der Schweiz ist mehr als nur der Sport selbst. Es ist natürlich Spannung, Nervosität, Ehrgeiz, Siegeswille und Aufopferung für das eigene Team. Es verkörpert aber gleichzeitig auch Respekt vor den andern Teams, den anderen SpielerInnen und grosse Fairness, auch im Moment der Niederlage. In einer Sportwelt, in welcher diese Werte leider immer mehr in den Hintergrund zu rücken scheinen, ist es umso erstaunlicher, dass unsere Sportart uns alle in einem verbindet: Im Interesse, diese wunderbare Randsportart weiterzubringen. Als Gegner und als Freunde.

Leider hat es wieder nicht gereicht, den Solothurner Schnellzug aufzuhalten. Gleichzeitig konnte man aber feststellen, dass sich die Teams annäherten, so dass möglicherweise schon bald ein anderer Sieger den Pokal in die Höhe stämmen kann. 

Für Katja und mich, aber auch für Toni, der mit seiner Partnerin nach München gezogen ist, war es ein wunderbares Comeback auf Schweizer boden. Nicht wegen des für unser Team etwas enttäuschenden Verlaufs des Finalwochenendes, sondern weil wir uns sofort wieder Zuhause fühlten. Umgeben von Freunden. Umgeben von der Schweizer Pesäpallofamilie. 


Unser Dank richtet sich natürlich an unser grossartiges Team aus Zürich, aber gleichzeitig auch an alle Gegner aus der Ostschweiz, Solothurn, Basel und Winterthur. Wir freuen uns, auch in Zukunft das ein oder andere Mal wieder dabei sein zu dürfen, und mit und gegen euch um die Krone im Schweizer Pesäpallo zu kämpfen. Und um mit euch danach, egal ob Sieg oder Niederlage, auf diesen bemerkenswerten Spirit anzustossen. In unserer Heimat. 


Herzlich, Katja und Markus