{"id":2177,"date":"2023-10-10T15:09:23","date_gmt":"2023-10-10T15:09:23","guid":{"rendered":"https:\/\/pesis.ch\/?p=2177"},"modified":"2025-05-20T10:56:52","modified_gmt":"2025-05-20T10:56:52","slug":"gar-nicht-so-einfach-sich-fuer-einen-titel-zu-entscheiden-mindestens-wenn-man-nicht-solothurner-ist-die-wissen-offensichtlich-genug-ueber-titel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pesis.ch\/?p=2177","title":{"rendered":"Gar nicht so einfach, sich f\u00fcr einen Titel zu entscheiden \u2013 mindestens wenn man nicht Solothurner ist \u2013 die wissen offensichtlich genug \u00fcber Titel&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p>3. Oktober 2023<\/p>\n\n\n\n<p>Mir f\u00e4llt es tats\u00e4chlich viel einfacher diesen Text zu schreiben, als mich vor, w\u00e4hrend oder nach dem Schreiben f\u00fcr einen Titel zu entscheiden. In einem Jahr, das gespickt war mit Highlights, mit Entt\u00e4uschungen, mit Freude und mit Frust.<\/p>\n\n\n\n<p>Eingebettet in unseren Liga-Alltag war f\u00fcr mich ein grosses pers\u00f6nliches Highlight die WM in Hyvink\u00e4\u00e4. Auch wenn die Resultate sich nicht mit den Erwartungen deckten, empfand ich die Stimmung im gesamten Schweizer Team als grossartig. Der Teamspirit, die Unterst\u00fctzung, die aufmunternden Worte, die getrunkenen Lonkeros, die gegessenen Pyttipannus und die gemeinsamen Aktivit\u00e4ten neben dem Pes\u00e4palloplatz \u2013 sie alle zeugen von dem, was f\u00fcr mich der Hauptgrund ist warum ich seit Jahren in der Schweiz Pes\u00e4pallo spiele: Unsere Pes\u00e4pallocommunity und das damit verbundene Gemeinschaftsgef\u00fchl. Unsere Sportart lebt hier in der Schweiz davon, dass man sich gegenseitig unterst\u00fctzt und dass man respektvoll miteinander umgeht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"710\" src=\"https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-1024x710.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2178\" srcset=\"https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-1024x710.png 1024w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-300x208.png 300w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-768x533.png 768w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-1536x1065.png 1536w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-676x469.png 676w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik.png 1817w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Pesis World Cup 2023, Turku &#8211; Finnland<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Diese gegenseitige Unterst\u00fctzung hat man in Finnland nicht nur gesehen, sondern auch geh\u00f6rt, gef\u00fchlt und erlebt. Daher bleibt die WM emotional als absolutes Highlight in Erinnerung. An dieser Stelle will ich noch einmal meinen Dank an Reto, Sanna und Jan aussprechen, welche sich mit unerm\u00fcdlichem Einsatz um die WM gek\u00fcmmert haben. Ebenfalls ein grosses Danke richte ich an Stefan und Sybil, welche sich um die Nationaltrikots k\u00fcmmerten!<\/p>\n\n\n\n<p>Resultatm\u00e4ssig war es dann schon eher durchzogen, auch wenn es Glanzlichter gab: Allen voran nat\u00fcrlich die Silbermedaille des Frauenteams. Auch das M\u00e4nnerteam zeigte viele gute Partien. Bei den Mixedteams h\u00e4tte man sich durchaus mehr erhofft. Dies lag aber aus meiner Sicht weniger an der Leistung der Schweizer Teams, sondern an Umst\u00e4nden, welche wir nicht kontrollieren konnten: Denn der fade Beigeschmack \u00fcber viele kleinere und gr\u00f6ssere \u00c4rgernisse bleibt. Ich denke da beispielsweise an das Vorrundenspiel des Mixedteams gegen Deutschland, welches nach knapp 30 Minuten abgepfiffen wurde. Ich denke aber auch an die Tatsache, wie die Organisatoren am Abend vor dem Turnier festgestellt haben, dass es keine gute Idee sei, zwei Felder direkt nebeneinander einzuzeichnen, nur um dann den Spielplan \u00fcber den Haufen zu werfen. Da h\u00e4tte man auch fr\u00fcher darauf kommen k\u00f6nnen. Ich denke daran, dass einige Teams pl\u00f6tzlich doch nicht teilnehmen konnten. Und ich denke vor allem daran, dass fast alle gegnerischen Teams viele talentierte finnische Spielerinnen und Spieler aufstellten, die dann in entscheidenden Situationen eingesetzt wurden, um so dem Spiel den Stempel aufzudr\u00fccken. Da gibt es bei den Organisatoren bestimmt noch einiges zu kl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"325\" src=\"https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-2-1024x325.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2180\" srcset=\"https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-2-1024x325.png 1024w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-2-300x95.png 300w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-2-768x244.png 768w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-2-1536x487.png 1536w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-2-676x215.png 676w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-2.png 1645w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Pesis World Cup 2023, Switzerland &#8211; Sweden &#8211; Germany &#8211; Finnland &#8211; Australia<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Da erlebte ich die Organisation des Liga-Alltags doch viel souver\u00e4ner und wertsch\u00e4tzender. Am ersten Spieltag am 14. Mai in Solothurn, gab es bereits erste deutliche Tendenzen: So konnte Basel bereits dort andeuten, wie stark sie aus der Winterpause auf das Pes\u00e4pallofeld zur\u00fcckkehrten. Z\u00fcrich erspielte sich ebenfalls zwei Siege, w\u00e4hrend die anderen Teams noch nicht ihre st\u00e4rksten Spiele hinlegten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sich die Teams in Basel zum zweiten Spieltag trafen, zeigten die beiden Solothurner Mannschaften dann, dass sie die Winnermentalit\u00e4t wiedererlangen konnten. Mit jeweils zwei Siegen aus zwei Spielen liessen sie diesbez\u00fcglich keine Fragen mehr offen. Die Tabellensituation spitzte sich zu einer \u00e4usserst delikaten Ausgangslage zu, die es noch fast allen Teams m\u00f6glicht war, sich am letzten Spieltag f\u00fcr die obere Tabellengruppe zu qualifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>So wurden einige der Spiele am letzten Spieltag in Winterthur zum Z\u00fcnglein an der Waage: Winterthur, welches sich im Spiel gegen Z\u00fcrich wohl befl\u00fcgelt durch das Heimpublikum den ersten Punkt holte, und Z\u00fcrich somit die 3 Punkte verweigerte, erm\u00f6glichte es so den Teams aus Basel und Solothurn B, sich doch noch in die Topgruppe zu hieven. Sinivalkoiset hatte das Nachsehen, ihre Ausganslage verschlechterte sich dadurch, so dass sie nun im unteren Pool landeten. Nach dem Spieltag war klar: Basel und die beiden Solothurner Teams hatten die beste Ausgangslage f\u00fcr das Finalwochenende. Z\u00fcrich, die Elche aus der Ostschweiz und Wintin Hurjat treffen sich im unteren Pool.<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgte am Finalwochenende, was sich w\u00e4hrend der Saison abzeichnete: Nach spannenden Spielen mit zum Teil \u00e4usserst knappen Entscheidungen, qualifizierten sich Dauergast Solothurn A und die formstarken roten Baslerinnen und Basler im Finale.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber eins nach dem andern: Am Samstag wurden die Ranglistenspiele gespielt. Schon da sp\u00fcrte man, dass die Teams aus der Ostschweiz und Basel stark aufgestellt sind, und dass sich m\u00f6glicherweise die eine oder andere \u00dcberraschung anbahnen k\u00f6nnte. Winterthur konnte im Gegensatz zur vergangenen Saison ein Team stellen, wenn sie auch auf Unterst\u00fctzung aus den Reihen der anderen Teams angewiesen waren. Solothurn legte noch nicht alle Karten auf den Tisch, deutete aber an, dass der Titel nur \u00fcber sie f\u00fchren wird. Z\u00fcrich wiederum zeigte durchzogene Leistungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Finaltag standen zuerst die Halbfinalqualifikationen auf dem Programm. W\u00e4hrend Basel sich im Spiel gegen Winterthur souver\u00e4n durchsetzen konnte, besiegten die Ostschweizer den letztj\u00e4hrigen Finalisten aus Z\u00fcrich in zwei sehr engen Halbzeiten, wo sie sich jeweils mit einem Lauf mehr durchsetzen konnten. Auf diese Spiele folgten die Halbfinals, in welchem Solothurn A gegen die wohl inzwischen etwas m\u00fcden Ostschweizer gewannen, w\u00e4hrend im n\u00e4chsten Spiel \u2013 wohl eines der engsten Halbfinalspiele \u00fcberhaupt \u2013 Basel das Team Solothurn B besiegte. Es war ein Spiel auf h\u00f6chstem Niveau, mit vielen engen Entscheidungen. Viele Spielerinnen und Spieler h\u00e4tten sich wohl einen Video Assistant Referee gew\u00fcnscht. Trotzdem blieben die Mannschaften fair und nahmen die Entscheidungen reklamationslos entgegen. Somit war die erste Medaillenentscheidung gefallen: Solothurn B holte Bronze. Das Spiel um den Titel folgte als kr\u00f6nender Abschluss dieser aussergew\u00f6hnlichen Saison.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Basel in der ersten Halbzeit einen 4 Punkte R\u00fcckstand vorerst ausgleichen konnte, zeigte sich, warum Solothurn seit Jahren der Massstab im Schweizer Pes\u00e4pallo ist: Auf die starke Antwort der Basler folgte n\u00e4mlich eine noch st\u00e4rkere Reaktion des Teams um den MVP Reto Brotschi. Durch Geschwindigkeit, Pr\u00e4zision und ungeheuren Druck konnte sich Solothurn die erste H\u00e4lfte mit 6:5 doch noch schnappen. Diesen D\u00e4mpfer schienen die Basler nicht vollends verarbeiten zu k\u00f6nnen. Auch wenn sie weiterhin einen aufopfernden Kampf auf den Rasen von Dietikon legten, so war das Selbstbewusstsein in den Reihen der Solothurner inzwischen auf dem H\u00f6hepunkt angelangt. Sie liessen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und gewannen schliesslich auch die zweite Halbzeit, um kurz darauf den Pokal in die H\u00f6he zu stemmen. Trotz der Niederlage d\u00fcrfen die Spielerinnen und Spieler aus Basel stolz auf sich und das Geleistete sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"505\" src=\"https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-3-1024x505.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2181\" srcset=\"https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-3-1024x505.png 1024w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-3-300x148.png 300w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-3-768x379.png 768w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-3-1536x757.png 1536w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-3-2048x1009.png 2048w, https:\/\/pesis.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/grafik-3-676x333.png 676w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schweizer Meister 2023, Finnpesis Solothurn<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Man darf gespannt sein, ob die Troph\u00e4e im kommenden Jahr in Solothurn bleibt, oder ob Basel noch einen weiteren Schritt in ihrer Entwicklung machen und den Titel holen k\u00f6nnen. Vielleicht findet auch Z\u00fcrich zu alter St\u00e4rke zur\u00fcck, und kann den anderen Teams ein Dorn im Auge sein. Oder sind es die Hirvet aus der Ostschweiz, welche die Feierges\u00e4nge in ihrem Dialekt singen d\u00fcrfen? Schafft es Winterthur, aus dem Keller in die oberen Sph\u00e4ren der Schweizer Pes\u00f6pallolandschaft zu steigen? Oder wird am Ende das Team Solothurn B seinem Bruderteam und allen anderen Mannschaften ein Bein zu stellen? Das w\u00e4re dann f\u00fcr die Statistiker eine Herausforderung. Ich frage mich n\u00e4mlich gerade, ob dann die Solothurner Serie weiterginge, oder ob man dann anders rechnen m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch immer die kommende Saison resultatm\u00e4ssig ausfallen wird, ich bin \u00fcberzeugt davon, dass wir in der Schweiz den bemerkenswerten Spirit aufrechterhalten werden und dass die kompetitive aber gleichzeitig auch faire Atmosph\u00e4re bleibt. So w\u00fcnsche ich der ganzen Pes\u00e4pallofamilie eine erholsame Winterpause.<\/p>\n\n\n\n<p>Markus Nurmi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. Oktober 2023 Mir f\u00e4llt es tats\u00e4chlich viel einfacher diesen Text zu schreiben, als mich vor, w\u00e4hrend oder nach dem Schreiben f\u00fcr einen Titel zu entscheiden. In einem Jahr, das gespickt war mit Highlights, mit Entt\u00e4uschungen, mit Freude und mit Frust. 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